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Sierra Nevada nimmt Kurs auf Deutschland [Update]

Die Amerikanischen Craft Brauer sind offenbar weiter auf Expansionskurs nach Europa. Nach Stone Brewing und Urban Chestnut hat nun wohl auch Sierra Nevada Pläne zukünftig in Deutschland zu brauen.

Denn das Problem mit Importen nach Deutschland bzw. Europa ist ja ganz einfach: Zu lange Wege, auf denen das Bier selbst bei optimaler Lagerung an Aroma verliert. Ein wirklich frisches US-Bier ist daher eher selten anzutreffen – wenn dann in der Regel nur zu größeren Events wie der Braukunst Live! in München oder auch der Biermeile in Berlin, für die dann extra eine Ladung per Flugzeug statt Schiff über den Atlantik geholt wird. 

Bei Brew Berlin hat man nun bei einem Gespräch mit Steve Grossman, dem Bruder von Sierra Nevada Gründer Ken Grossmann, erfahren, dass es wohl bereits konkrete Pläne für einen Schritt über den großen Teich gibt.

Eine neue, eigene Brauerei sei zwar nicht geplant, aber man ist auf der Suche nach Partnern um zukünftig Kollaborationssude mit deutschen Brauern sowohl in den USA, als auch in Deutschland aufzusetzen. Zwar sei nur jeweils ein Sud jährlich geplant, aber irgendwo muss man ja anfangen, oder? Für mich stellt sich hier nur die Frage, wer von den hiesigen Brauern in Frage käme. Von den möglichen Volumina hinken die hiesigen Brauer ja doch noch ein wenig hinterher :). Die Vorteile liegen aber klar auf der Hand: Junge Brauer können so direkt von der Erfahrung der „großen“ im Geschäft profitieren, wovon wir als Kunden am Ende natürlich auch direkt etwas haben. Andersrum können die „jungen wilden“ sicher auch noch die eine oder andere Idee weitergeben.

Außerdem soll es noch weitere Gespräche mit möglichen Vertriebspartnern und Importeuren in Deutschland und auch Spanien und Italien gegeben haben – ein Direktimport ohne Umwege scheint also in Zukunft auch möglich. Aktuell läuft der Import meist über die Skandinavischen Länder, was den Transport noch einmal extra in die Länge zieht.

Wann es soweit ist und alles letztlich auch öffentlich verkündet wird bleibt abzuwarten, wir bleiben aber natürlich am Thema dran und versuchen noch weitere Informationen dazu zu bekommen.

[Update 19.03.2015]

Der erste Kooperationspartner ist nun bekannt: Das Brauhaus Riegele aus Augsburg wird am Gemeinschaftssud beteiligt sein. Auf das Ergebnis sind wir auf jeden Fall gespannt.

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Urban Chestnut zieht es nach Deutschland (zurück)

Urban Chestnut kennen sicher die meisten von euch, denn die Brauerei mit Hauptsitz in St. Louis USA ist bereits eine feste Größe im Craft Beer Geschäft. Gründer Florian Kuplent, der selbst aus Deutschland stammt und auch hier das Brauen lernte, zieht es nun zurück in die Heimat.

Heute gab man bekannt, dass man die kürzlich geschlossene Brauerei „Bürgerbräu Wolznach“ gekauft habe und dort zukünftig brauen wird. Einen genauen Zeitpunkt für die Eröffnung gibt es noch nicht, es soll aber bereits dieses Jahr der Fall sein. Florian Kuplent: “I’m really looking forward to the synergies we will realize and the fun we will have importing & exporting beer back and forth from the U.S. and Germany…I’m more than anxious to get the Urban Chestnut Brauerei up and running!”. Außerdem: “Since my apprenticeship as a teenager at Erharting Brauerei, I’ve always dreamed of owning my own brewery in Bavaria, […] I’m thinking we might be a little crazy opening our third brewery in 5 years, which is much sooner than we planned, but the Wolnzach opportunity was too good to pass up.”

Ähnlich wie bei Stone Brewing will man die Brauerei dazu nutzen, die eigenen Biere in Deutschland und Europa besser vermarkten zu können, aber auch um lokale Spezialitäten zu brauen, die dann wiederum in die USA exportiert werden. Außerdem wird es der Dreh- und Angelpunkt für den In- und Export der Biere und auch Rohmaterialien von Urban Chestnut.

Mitbegründer David Wolfe sieht es eher sachlich, aber nicht minder euphorisch: “In considering different ways to grow Urban Chestnut in Germany and in Europe as a whole, we believe the U.S. craft beer model of ‘local’ is a more than viable strategy. Actually owning and operating a brewery in Bavaria will provide us with a solid platform for growth via direct interaction with local beer drinkers and with beer drinkers visiting the Hallertau region during their beer pilgrimages.”

Wir sind auf jeden Fall gespannt, was für neue Biere uns Urban Chestnut präsentieren wird, wenn die Brauerei erstmal in Betrieb ist.
Wenn sie es schaffen wie geplant noch 2015 mit dem Brauen beginnen zu können, hätten sie somit auch Stone den Rang als erste US-Craft-Brauerei in Deutschland abgelaufen. Die Chancen stehen auch gut dafür. Während in Berlin Mariendorf ein altes Gaswerk noch komplett umgebaut werden muss, steht in Wolznach bereits eine Brauerei, die nur noch etwas angepasst werden muss.