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Angetrunken: Köstritzer Meisterwerke

Neulich stießen wir im Supermarkt auf die Köstritzer Meisterwerke und wer wären wir, wenn wir uns nicht gleich ein 4er Paket gekrallt hätten? Und selbstverständlich wollen wir euch nun was zu diesem erstaunlich guten Bieren erzählen. Aber vorab erstmal etwas zur Köstritzer Brauerei selber.

 

 

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Ich weiß nicht ob ihr es gewusst hättet, aber die Köstritzer Brauerei gilt als eine der ältesten Deutschen Brauereien, das Sie bereits im Erbzinsregister als „Köstritzer Erbschenke“ auftauchte.  In den folgenden drei Jahrhunderten wechselte die Brauerei dann Ihre Namen in „ritterschaftliche Gutsbrauerei“ (ca. 1696) und später in „Fürstliche Brauerei zu Köstritz“ (1806). Im 19. Jahrhundert gewann die Brauerei und deren Erzeugnisse eine große Beliebtheit und historisch wichtige Persönlichkeiten wie Johann Wolfgang von Goethe und Wilhelm von Humboldt waren eingefleischte Fans, auch wenn Herr von Humboldt seiner Gattin in einem Brief klagte, dass das Ausmaß seines Konsums ihn belaste es bei Goethe aber scheinbar noch exzessiver war.

Bereits im Jahr 1896 hatte die Brauerei bereits einen Ausstoß von 25.000 Hl von denen beinahe die hälfte Schwarzbier war, welchem bis weit ins 20. Jahrhundert eine heilende Wirkung nachgesagt wurde und die Brauerei auch dies so bewarb.

Weitere wichtige Zeitpunkte in der Geschichte der Brauerei waren die Enteignung 1948 und die dadurch resultierende Umwandlung in die VEB Köstritzer Schwarzbierbrauerei. In der DDR war es zu der Zeit die einzige Brauerei, welche Bier exportierte und dies auch in die BRD und später in den kompletten Osteuropäischen Bereich.

1991 war es dann schließlich soweit und die Köstritzer Brauerei wurde zu 100% von der Bitburger Holding übernommen, bis 1993 wurde die Brauerei stark modernisiert und die Marke „Köstritzer Schwarzbier“ wurde am Markt etabliert. Bis heute wurde der Ausstoß der Brauerei auf satte 700.000 hl im Jahr gesteigert. Aber es gibt ja nicht nur das Köstritzer Schwarzbier, sondern natürlich verschiedene weitere Sorten wie Pils, Pils Radler, Spezial Pils und Kellerbier, sowie immer wieder limitierte Aktionsbiere wie die Köstritzer Meisterwerke aktuell.

 

Kommen wir nun zum vermutlich Interessanteren – den Meisterwerken selber.

 

Das Köstritzer Meisterwerke Pale Ale (6,4%): 

 

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Köstritzer selber beschreibt das Pale Ale als „Stark gehopfte Bierspezialität mit herber Zitrusnote“. Das Ale selber ist mittel dunkel, hat einem schwachen Rotstich und ist zudem leicht trüb. Ein sehr ansehnliches Ale.  Im ersten Moment schmeckt man die angepriesene Zitrone heraus aber auch einen hauch von Orange. Hannes meint, dass er auch etwas Grapefruit herausschmeckte, aber ich bin mir da nicht so ganz sicher. Im Abgang ist das Bier recht bitter, was uns persönlich gut gefällt. Der Geschmack hat uns gänzlich überzeugt.

 

Das Köstritzer Meisterwerke Witbier (5,4%):

 

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Hier lautet die Beschreibung von Köstritzer „Feine Weizenbierspezialität mit chraktervoller Fruchtnote“. Wie man auf dem Bild erkennt hat es die Weizenbier typische Helligkeit, aber auch die Trübe, die die belgischen Vorbilder mit sich bringen. Ich muss sagen ich bin kein Weizentrinker, aber uns beide hat auch dieses Bier äußerst überzeugt. Das Wittbier ist angenehm süffig. Im ersten Moment wirkt es etwas trocken geht aber dann in fruchtig über. Die Litschi schmeckt man sehr gut raus und im Hintergrund eine leichte Zitronen Note. Im Abgang etwas säuerlich und leicht bitter.

 

Köstritzer hat mit seinen Meisterwerken ein wirklich solides Ale und ein leichtes, fruchtiges Witbier hergestellt. Ich persönlich bin wirklich ein wenig traurig, dass es sich um eine limitierte Abfüllung handelt. Denn ich würde mir sicher auch noch häufiger die Meisterwerke aus dem Supermarkt fischen. Und das raten wir euch auch. Probiert es einfach mal. Uns hat es sehr überzeugt. Aber euer Eindruck interessiert uns natürlich auch. Schreibt einfach einen Kommentar.

 

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Angetrunken: Wychwood Brewery (UK)

Letzten Freitag haben wir uns kurzfristig entschlossen, uns mit ein paar Bieren bewaffnet an den Grill zu setzen und einfach mal wieder ein kleines Tasting zu machen.
Damit hier nun aber nicht für jedes einzelne Bier ein Beitrag geschrieben werden muss, dachten wir uns, dass wir einfach so viele Biere einer Brauerei wie möglich zusammengefasst posten. Den Anfang macht nun die Wychwood Brewery aus UK. Das passte ganz gut, da ich ein paar der Sorten bereits von meiner Freundin geschenkt bekam und wir beim Einkaufen noch mehr davon entdeckten.

Aber fangen wir mal mit der Brauerei an. Die existiert bereits seit 1983, zu dieser Zeit allerdings noch unter dem Namen „The Eagle Brewery“. Der Hauptstandort ist aber nach wie vor das Örtchen Witney. Erst 1990 wurde die Brauerei dann in „Wychwood Brewery“ umbenannt, der Name stammt von einem an Witney angrenzenden Wald – dem Wychwood Forest.
Der eigentliche Erfolg der Brauerei begann mit dem „Hobgoblin“, einem klassischen dunklen Ale. Der „Hobgoblin“ wurde ursprünglich im Auftrag eines örtlichen Grundherren für die Hochzeit seiner Tochter gebraut, es war aber letztlich wohl so gut gelungen, dass es genau dieses Bier auch heute noch gibt. Das Markenzeichen der Brauerei sind die auffallend gestalteten Etiketten auf den Flaschen, die in der damaligen Zeit ein Novum unter den Britischen Brauereien waren. Dabei wird in der Regel auf Zeichnungen zurückgegriffen, die auf die Mythen und Sagen rund um den Wychwood Forest basieren.
Zur Brauerei gehörten auch noch insgesamt 40 Hobgoblinns-Pubs, die allerdings im Jahre 2002 verkauft wurden.

Nun aber zum Bier selbst, darum seid Ihr ja hier. Wer bei den Wychwood Bieren ein typisches Craft Beer erwartet wird recht enttäuscht sein. Die Biere sind eher traditionell gebraut und daher nicht so kräftig gehopft wie es mittlerweile unter den Craft-Brauern üblich ist. Dadurch sind die Biere sehr mild und etwas weniger aromatisch.

Der Hobgoblin (5,2 % Vol.)

Sehr dunkles rot, fast schon schwarz, kommt er aus der Flasche. Man riecht schon beim Einschenken eine deutliche Röstnote, es dürfte also recht malzig werden. So kommt es dann auch: Viel Malz, leicht Süß und eine leichte Kaffee-Note. Ein Hauch dunkle Schokolade ist auch noch dabei. Dafür fehlt mir aber ein bisschen der Hopfen, da es sehr mild ausfällt und im Abgang nur einen leichten Anflug von Bitterkeit zeigt.
Geschmacklich also schon recht abwechslungsreich, ich für meinen Teil bevorzuge es dann aber doch etwas herber. Der Hobgoblin kommt mir Insgesamt ein bisschen vor wie eine Mischung aus Stout und Dark Ale, wobei er sich für keins so recht entscheiden kann. Wer es aber etwas milder mag, sollte ihn auf jeden Fall probieren. Kleine Bonusinfo: Der Hobgoblin hat sogar seine eigene Android und iOS App 😉

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Der King Goblin (6,6 %  Vol.)

Laut Definition ein Strong Ale, ganz so stark ist es dann aber doch nicht. Angeblich wird es auch nur an Vollmond gebraut – ob das so ist konnte ich aber nicht herausschmecken ;). Farblich ähnelt es dem Hobgoblin, ist aber etwas dunkler. Auch geschmacklich sind sich die beiden recht ähnlich. Beim King Goblin ist die Röstnote allerdings nicht so stark ausgeprägt und auch scheint weniger Malz verwendet zu werden. Das macht es etwas fruchtiger, auch wenn ich nicht herausschmecken konnte welche Frucht das nun genau ist. Dazu kommt noch eine leichte Rauchnote und im Abgang dann etwas Bitterkeit, aber auch die nur recht schwach.
Die Beurteilung fällt mir daher recht schwer, da auch der King Goblin für mich deutlich zu mild ist und auch die Aromen nicht so recht zur Geltung kommen.

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Das Imperial Red (4,7 % Vol.)

Wie die beiden vorherigen Kandidaten ist es Rot bis dunkelrot. Ein wirkliches Aroma konnte ich nicht wahrnehmen, auch geschmacklich war es sehr unscheinbar. Ein minimaler Anflug von Früchten, aber dann ists auch schon wieder vorbei. Keine Bitternote, keine Hopfennote, kein Malzgeschmack – irgendwie nix.

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Scarecrow Organic (4,7 %Vol.)

Auch hier: Rot bis Bernsteinfarben, insgesamt aber heller als alle vorherigen. Wie beim Imperial Red kommt beim Einschenken kein wirklich wahrnehmbares Aroma zustande, geschmacklich ist es auch nur minimal auffälliger. Ganz leichte Hopfennote und Bitterkeit, danach ein hauch Früchte, dann wars das. Im Abgang keine Bitterkeit oder Säure.

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Wir hatten noch weitere Biere von Wychwood im Kühlschrank stehen, nach dem Imperial Red und dem Scarecrow entschlossen wir uns jedoch abzubrechen.
Die Biere sind wie eingangs erwähnt eher traditionelle Englische Ales, geschmacklich treffen sie bei uns aber gar nichts – zu austauschbar, zu mild, zu wenig Abwechslung unter den verschiedenen Sorten. Nur den Hobgoblin, quasi das Hauptbier der Wychwood Brewery, kann ich bedenkenlos empfehlen.

Natürlich kann man dadurch jetzt nicht sagen, die Biere wären schlecht. Verglichen mit dem üblichen Angebot im Supermarktregal sind sie eine recht gelungene Abwechslung. Aber man sollte geschmacklich auch nicht zu viel erwarten. Vor allem dann nicht, wenn man sonst eher hopfenlastige Biere bevorzugt.