Kaschk: Berlins jüngste Craft Bier Bar

Ok, zugegeben, die Überschrift stimmt nicht ganz. Denn noch ist das Kaschk nicht Berlins jüngste Bar, sondern erst ab dem 19.09.2014, wenn sie offiziell eröffnet.

Ich konnte allerdings schon bei einer Pro-Opening-Party einen Blick hinein werfen und einen (kleinen) Teil des Biersortiments probieren. Dabei konnte ich mich auch ein bisschen mit Anders, dem Manager bzw. Chef des Kaschk unterhalten.

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Fangen wir mal vorne an: Am Freitag den 12.09. und Samstag den 13.09. gab es Pre-Opening-Partys im Kaschk, zu denen über die Kaschk Facebook Seite eingeladen wurde. Am Samstag ging es also hin, punkt 18 Uhr zur Eröffnung waren wir vor Ort. Praktisch: Mit seiner Lage direkt am U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz ist es perfekt erreichbar. Alternativ ist man auch vom Alex aus zu Fuß in 5 Minuten dort.
Der erste Eindruck? Die Fenster sind noch zugeklebt, nur die Schrift auf der Eingangstür verrät, dass wir richtig sind. Beim Betreten merkte man dann auch direkt, dass es noch eine halbe Baustelle ist. Es riecht nach Farbe, frisch gesägtem Holz, die teils selbstgebauten Tische sehen noch komplett unbenutzt aus. So eine jungfräuliche Bar hat man selten.

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Da wir so früh waren, war es noch entsprechend leer. Um genau zu sein waren wir neben einer Amerikanerin (?) die einzigen Gäste. Aber macht ja nix, mehr Zeit und Platz für uns, uns mal in Ruhe umzusehen. Die beworbenen Tisch-Shuffleboards sieht man anfangs gar nicht, denn die sind im Keller versteckt.

Aber weiter gehts mit dem Bier. Die Zapfanlage war leider noch nicht fertig, somit gab es nur Flaschenbier – abgesehen von einem Fass Rothaus Tannenzäpfle, das als Freibier an die ersten Gäste verschenkt wurde. Über der Theke dann die in Craft Bier Bars obligatorischen Schiefertafeln mit den verfügbaren Bieren. Der erste Schock: BrewDogs Punk IPA sollte 8€ kosten. Zum Glück nur ein Fehler, da das Kassensystem aus Schweden stammt und teilweise die dortigen Preise verwendet hat. Das System sorgte im Laufe des Abends noch weiter für verwirrung, aber dazu komme ich später. Auch auf den zweiten Blick Ernüchterung: nur wenige Craft Biere auf der Tafel, daneben ein paar deutsche Standardbiere. Wohl für die konservativen Gäste.

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Aber: Es gab doch noch mehr Bier! Zum Glück. Man musste einfach nur die sehr netten Bartender fragen, welche Flaschenbiere denn noch verfügbar sind. Das waren eine ganze Menge, beispielsweise ein breites Mikkeler Sortiment oder auch dänisches To Øl. Von leichtem Witbier bis hin zu starken IPAs war alles vertreten. Man merkte nur, dass die Mitarbeiter noch nicht so lang im Bereich Craft Bier unterwegs waren, da sie auch häufig nachsehen mussten, was sie da überhaupt für Biere verkaufen. Auch waren die Kühlschränke etwas zu kalt eingestellt, sodass man das Bier teils erstmal etwas stehen lassen musste damit es wärmer wird. Aber hey, eigentlich hat die Bar noch nicht einmal eröffnet, von daher 😉 Es kamen auch immer wieder nachfragen, wie denn das Bier war, nach den persönlichen Favoriten, wonach es geschmeckt hat. Sie waren also sehr bemüht und interessiert, was mir gut gefallen hat.

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Ein kleiner Haken muss aber kommen: Ein paar der Mitarbeiter sprechen nur Englisch, andere Deutsch und Englisch und ich bin mir sicher dass auch Schwedisch von dem einen oder anderen gesprochen wird. Für mich ist Englisch kein Problem, aber ich finde ihr solltet es wissen.

Soweit so gut. Schönes Ambiente, gute Bierauswahl, nette Mitarbeiter – klingt perfekt, oder? Nicht ganz, denn ein Punkt wäre da noch: Die Preise. Wie anfangs erwähnt gab es teils noch Probleme mit dem Kassensystem, sodass wir zeitweise auch mal 9€ für ein Bier bezahlten, aber das ist nicht der Punkt. Auf Nachfrage bekamen wir die Differenz dann auch direkt zurück.
Dennoch sind die Preise recht hoch, die Mikkeler Biere z.B. rangieren im Bereich von 5€ bis 6,50€, amerikanische Biere lagen teils noch darüber.

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Auch das Fassbier wird preislich irgendwo zwischen 4,50€ und 6,50€ liegen für 0,33l, je nach Bier. Anfangs wird es auch nur die eine Größe geben, für später – wann genau konnte Anders noch nicht sagen – sind dann aber auch kleinere Größen und Probiertablets mit 0,1l Gläsern geplant.
Wenn ich das ganze mit dem Hopfenreich vergleiche, bei dem die meisten Biere in 0,2l Größe bei 2,50€ lagen, sind die Preise schon recht hoch.
Ich denke hier braucht die Crew um das Kaschk einfach noch etwas Feintuning und Kalkulation. Allerdings muss man auch zugute halten, dass fast alle Biere importiert sind und daher automatisch auch teurer. Ein Crew Republic Drunken Sailor lag im Kaschk beispielsweise bei fairen 3,50€.
Außerdem: In einigen Bars zahlt man selbst für ein billiges Fernsehbier schon 3-4€. Dafür gibts zwar meist 0,5l, dafür ist das Zeug aber auch nicht mehr als aromatisiertes Wasser.
Wie sich das ganze entwickelt muss man im Auge behalten, die Probiertablets wären für mich auf jeden Fall ein Grund öfter dort vorbei zu schauen. Schließlich braucht man nicht immer 0,3l um ein Bier zu probieren – 0,1l reichen auch locker aus. Vor allem weil man dann nicht so schnell einen im Tee hat 😉

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Zusammengefasst war es ein schöner Abend und ich denke ich werde dort öfter mal einkehren. Vor allem das super motivierte und freundliche Team hat mir sehr gefallen. Auf Kritik und Anregungen wie dem zu kalten Bier wurde auch direkt reagiert.
Wirkliche Negativpunkte fallen mir daher nicht ein, außer eben der üblichen Probleme eines Pre-Openings bzw. einer komplett neuen Belegschaft. Die Preise sind ein zweischneidiges Schwert: Einerseits ist Craft generell etwas teurer, andererseits muss man eben schon etwas mehr Geld als üblich für den Abend einplanen. Das muss also jeder für sich entscheiden.

Und damit ihr auch wisst wo ihr ab 19.09.2014 hin müsst hier noch die komplette Adresse:

Kaschk
Linienstr. 40
10119 Berlin

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln:
U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz oder S/U-Bahnhof Alexanderplatz

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