JOSEFS-Brauerei – Integration am Sudkessel

Manchmal geht es beim Bier um mehr als nur das Bier an sich, wie beispielsweise bei der JOSEFS-Brauerei.

Aber fangen wir ganz von vorn an. Über die Brauerei bzw. deren Bier bin ich kürzlich erst bei einem Straßenfest in Berlin gestolpert. Kurzer Blick in den Kühlschrank beim Getränkestand, Bier gesehen dass ich nicht kenne, gekauft. Wie so oft ein Pils, das deutsche Standardbier.

Erstmal zum Bier selbst: Ein durchschnittliches Pils, wenn auch etwas weniger Herb als die üblichen Fernsehbiere, was vermutlich daran liegt dass hier kein Hopfenextrakt zur Erhöhung der Bitternote beigesetzt wurde. Also insgesamt zwar ein Standard-Pils ohne große Überraschungen, aber gut trinkbar auch an wärmeren Tagen und schön süffig.

Die anderen Biersorten, ein Dunkles, ein Märzen sowie ein Kellerbier konnte ich bisher leider noch nicht testen, werde das aber sicher bald nachholen. ‚Bierblogger‘ Felix war wohl recht angetan von den Bieren. 🙂

Worum es mir aber eigentlich geht sind die Menschen hinter der Brauerei. Denn die JOSEFS-Brauerei ist seit dem Jahr 2000 die erste Barrierefreie Brauerei Europas und bietet damit vielen Menschen mit Behinderung einen „echten“ Job abseits der üblichen Behindertenwerkstätten. Unter den insgesamt 16 Mitarbeitern sind mittlerweile 10 Menschen mit Behinderung angestellt. Das zeigt für mich wieder einmal, dass es wichtig ist, die Mitarbeiter nach Ihrem können und nicht nach Äußerlichkeiten auszuwählen, was in der Brauerei auch so praktiziert wird. Jeder bekommt seine Chance und wenn es passt auch den entsprechenden Job. Die Brauerei zahlt übrigens auch den normalen Tariflohn, was für integrative Einrichtungen nicht unbedingt üblich ist. Das ist wohl auch einer der Gründe, warum einige Mitarbeiter bereits seit dem ersten Spatenstich dabei sind.

111206_lwl_josefsbrauerei_0242web

Foto: Thorsten Arendt, Münster / LWL

Beim Stöbern nach mehr Infos über die Brauerei fand ich dann sogar ein Video unserer Kanzlerin, wie Sie die Brauerei grüßt, das ich euch natürlich nicht vorenthalten will:

In Berlin bekommt Ihr das JOSEFS Bier übrigens bei Ambrosetti in der Schillerstraße 103, 10625 Berlin, alternativ auch im Hauseigenen Onlineshop der Josefsheim Gruppe.

Ich finde das ganze eine durchweg gute und unterstützenswerte Sache, an der sich andere Brauereien gerne ein Beispiel nehmen können.

Neben dem Bier wird übrigens auch Limonade unter dem Namen Josy hergestellt – für den Fall dass jemand lieber Alkoholfrei unterstützen will 😉

Mehr Infos zur Brauerei findet ihr auch direkt beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Top Image: Thorsten Arendt, Münster / LWL

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.