„Hoppier“-Device – Echt jetzt?!

Ich wunder mich eigentlich kaum noch über Erfindungen. Die Tage sah ich eine E-Zigarette, die man via Bluethooth mit dem Smartphone verbinden kann. Wozu? Ist doch klar:) Damit man seine Musik über die E-Zigarette streamen kann und noch besser – damit man über die E-Zigarette telefonieren kann. Ich habe es nicht mehr geschafft, das Thema weiter zu verfolgen, da ich mit Kopfschütteln beschäftigt war.

Nun kommen die Ingenieure des Unternehmens Cambridge Consultants daher und bringen uns das „Hoppier“-Device. Also ein Gerät, das man an ein normales Bierfass anschließt und dem Bier über das Prinzip einer Espressomaschine weiteres Hopfenaroma hinzufügt. Installiert wird ein Zapfhahn-ähnliches System, dass das Bier mit hohem Druck durch den Hopfen presst. Der Druck liegt dabei bei etwa 9 bar. Der Sinn dahinter soll sein, durch die individuell einstellbare Druckmenge das Bier so hopfig zu gestalten, wie es einem mundet.

Betrachten wir das mal im Detail… Man nimmt ein Bier, dass eigentlich nicht schmeckt, um dort dann Aromen hinzuzufügen. Laut den Erfindern soll damit in Bars eine riesige Auswahl an Bierstilen möglich werden – z.B. wenn man ein Pils mit Cascade Aroma will. Aber mal im Ernst: Ein Bier sollte so gebraut werden, dass es möglichst „rund“ ist – also ausgewogen in Aromen und Geschmack, von Anfang bis Ende. Nehme ich jetzt irgendein Industrie-Pils, in das ich einfach mal Cascade oder andere Hopfen presse, dann bleibt es letztlich doch auch nur ein Industrie-Pils, aber eben mit hinzugefügten Aroma.

Nennt mich Schwarzmaler, aber ich bin ein großer Fan von Craft Beer und seiner Vielfalt. Daher ist das ein absolutes „No-Go“ für mich.

Das war nun meine Meinung bevor ich folgendes Video gesehen habe.

Personalised Beer from Cambridge Consultants on Vimeo.

Im Video erfahren wir nun, dass das „Hoppier“ nicht für den „Hausgebrauch“gedacht ist. Puh! Hier fällt mir schon wieder ein Stein vom Herzen. 🙂
Betrachten wir es also mal von der anderen Seite. Und da will ich gerne erst mit dem möglichen positiven Aspekt anfangen.

Der Brauer kreiert ein hopfiges und frisches Bier, das in dem Zustand auch super schmeckt. Er füllt das Bier ab und liefert es an die entsprechende Bar aus. Möglich, dass in dieser Zeit nur ein Tag vergangen ist, vielleicht eine Woche oder auch eine längere Zeit – und schon haben wir ein Bier, dass eigentlich nicht mehr so schmeckt, wie es eigentlich vom Brauer erdacht. Würde er nun eine auf sein Bier abgestimmte Hopfenmenge beilegen, damit in der Bar durch den „Hoppier“, das eigentlich angedachte hopfige Aroma und die Frische wieder hergestellt wird, dann macht das ganze natürlich Sinn. Wenn es sich denn so entwickelt.

Aber ich bleibe dennoch bei meiner Meinung, dass der „Hoppier“ hoffentlich keinen Einzug in unsere Bars erhalten wird. Denn die Gefahr, dass hier irgendein Standard-Bier als „superhopfig“, „mediumhopfig“ oder als „standard“ angeboten werden könnte und die Entscheidung nicht mehr in der Hand der Brauer liegt, verschafft mir ein wirklich ungutes Bauchgefühl.

Nun – was denkt Ihr? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare.

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