Ein Besuch im Hopfenreich

Samstag Abend, nichts zu tun, warum also nicht auf ein Bier weggehen? Genau das war der Plan gestern.

Das „Hopfenreich“ ist eine von Berlins ersten reinen Craft Beer Bars, also mussten wir es natürlich einmal besuchen. Von außen ist es recht unscheinbar. Kein großes Schild über dem Eingang oder an der Fassade, nur die Aufsteller davor verraten um welche Location es sich handelt. WP_20140621_22_25_51_Raw

Innen ist es eher schlicht-rustikal eingerichtet mit umgebauten Bierzelt-Garnituren und selfmade „Kronleuchtern“ aus leeren Bierflaschen. Dazu ein großer Tresen mit teils sehr alten Zapfanlagen die aber weiterhin genutzt werden.

Von den Gästen her ist es gewohnt Kreuzberg: Sehr viele Touristen aus allen möglichen Ländern und natürlich Hipster. Stört aber letztlich nicht weiter, die Athmosphäre war dennoch gut und man kommt auch schnell mal mit Leuten aus allen möglichen Ländern ins Gespräch.

Der nächste Blick fiel dann natürlich direkt auf die Getränkekarte.

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Wer aber an den Tischen eine Karte sucht wird enttäuscht. Es gibt lediglich eine Karte direkt hinter dem Tresen, auf der die Tagesbiere aufgelistet sind. Macht aber nix, denn es ist sowieso Self-Service angesagt. Insgesamt gab es 13 Biere vom Fass und 7 verschiedene Flaschenbiere. Die Auswahl ist gut gewählt und so ist vom Pils über verschiedene IPA und Lager bis zum Imperial Stout alles dabei. Ist ein Fass leer, wird es direkt von der Karte gestrichen.

Natürlich musste ich mich daher einmal quer durch die Karte trinken 😉

Die Preise sind, gemessen an der Lage und dafür dass es sich um Craft Beer handelt sehr moderat. Biere der deutschen Brauereien beginnen bei 2 Euro für 0,2l, die internationalen Biere bei 2,60 bis 3 Euro für 0,2l. Zum Vergleich: Ein importiertes Craft Beer liegt im Laden bei etwa 2,50 Euro für eine 0,33l Flasche.

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Eine „Probiertafel“, wie man es aus amerikanischen Craft Beer Bars kennt, gab es leider nicht. Dafür kann man beim Fassbier von 0,2l bis 0,5l wählen. Zum reinen Probieren möglichst vieler Biere sind 0,2l natürlich optimal um nicht nach dem fünften oder sechsten Bier schon unterm Tisch zu liegen.

Die Biere des Abends

Braukunstkeller – Mandarina IPA

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Insgesamt ein recht typisches American IPA, mit einer leichten Zitrus- und Mandarinennote. Dazu kommen geschmacklich auch etwas Zitrone und Grapefruit, zum Abschluss wird es dann sehr bitter und leicht sauer. Eine leichte Bitterkeit bleibt auch nach dem Trinken. Wer also herbes, bitteres Bier bevorzugt sollte es auf jeden Fall einmal probieren.

 

Schönramer – Grünhopfen Pils

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Ein recht leichtes Pils ohne deutliche Bitternote und scheinbar auch ohne Aromahopfen gebraut. Vermutlich wurde hier eher auf Siegelhopfen (z.B. Hallertauer) gesetzt. Dadurch ist es wenig komplex, aber sehr frisch. Für die heißen Tage des Jahres eine gute Wahl, sonst aber für meinen Geschmack zu leicht.

 

Freigeist Bierkultur und Stillwater – It’s still Weisse

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Erster Eindruck: Sehr, sehr ungewöhnlich. Irgendwo zwischen  Berliner Weiße und Cider anzusiedeln. Das Aroma erinnert dabei ein bisschen an Apfelschorle. Allerdings wurde hier nicht eine Berliner Weiße mit Apfelsaft gemischt, sondern es wurde direkt mit Äpfeln vergoren. Daher kommt auch eine deutliche Apfelnote im Geschmack und eine leichte Bitterkeit und Säure im Abgang. Für mich ist es eher nichts, aber wer Cider oder Berliner Weisse mag, dem wird es wahrscheinlich gefallen.

 

Heidenpeters – Summer Citra Ale

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Ein American Pale Ale, bei dem scheinbar sehr auf Cascade Hopfen gesetzt wurde. Deutliche Zitronennote im Aroma, geschmacklich auch Zitronig und etwas Orange mit dabei. Dabei aber wenig bitter und etwas sauer. Ich hatte mit schlimmeren gerechnet, als der Barkeeper mir beim Bestellen einen Probierschluck mit dem Satz „Probier erstmal, den meisten ist es viel zu sauer“ anbot. Aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden 😉

 

MashSee – Trainings Lager

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Für mich der Überraschungssieger des Abends. Normalerweise sind Lager eher eintönig, wenig aromatisch. Das Trainings Lager dagegen hat ein deutliches Pfirsicharoma, das auch beim trinken ganz kurz durchkommt. Danach wird es kurz leicht süß um direkt in Bitterkeit umzuschlagen. Sehr interessant, vor allem durch die schnellen Wechsel der Aromen beim trinken.

 

Brewers and Union – Sun Day Easy IPA

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Ein IPA, gebraut in Bayern von einem Zentralafrikanischen Braukollektiv. Tja nun, es gibt nichts, was es nicht gibt. Für ein IPA ist es recht ungewöhnlich, da es nur eine minimale Bitternote hat, dafür aber recht süß ist. Dabei ist es aber recht frisch und auch im Abgang eher süß als Bitter. Hier passt der Name also gut zum Bier, denn am besten passt es zu sonnigen, heißen Tagen.

 

Mehr Bier haben wir zeitlich leider nicht geschafft, auch wenn ich gerne noch weiter probiert hätte. Aber das Hopfenreich kann man ja noch öfter besuchen 🙂

Fazit zum Abend

Rustikale Einrichtung, angenehme Athomsphäre, nette Bedienung und gute Bierauswahl. Also wer sich an den Massen an Touristen nicht stört, sollte auf jeden Fall mal vorbei schauen. Kleinere Fehler beim Einschenken durch das Personal gab es zwar, aber das kann bei einem noch jungen Team einfach vorkommen.

Man sollte aber nicht allzu spät hin gehen, denn die beliebten Biere können im Laufe des Abends schon mal ausgehen.

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